Körper­schaft­steuer auf nicht
entnommene Gewinne ab­schaffen.

Kurz
gefasst

Die Körperschaftsteuer hat eine wichtige Signalwirkung im internationalen Standort-Wettbewerb. Bis auf Italien haben alle unsere Nachbarländer mittlerweile niedrigere Steuersätze als Österreich. Wir schlagen vor, hier im internationalen Wettbewerb einen innovativen Weg zu gehen und die Körperschaftsteuer auf nicht entnommene Gewinne abzuschaffen – gleich wie Estland es bereits gemacht hat. Das fördert Wachstum und Investitionen, stärkt die Eigenkapitalausstattung der heimischen Unternehmen und sichert damit Arbeitsplätze.

Vergleich Estland Oesterreich





Mehr dazu.

Unternehmerinnen und Unternehmer gibt es schon, so lange es Menschen gibt. Meistens waren es bäuerliche oder handwerkliche Betriebe, die gemeinsam mit anderen ihre Waren hergestellt oder Dienstleistungen erbracht haben. Es handelte sich also meist um eigentümergeführte Unternehmen. Die moderne Form des Unternehmens, in dem das Eigentum an einem Unternehmen auf mehrere oder eine Vielzahl von Menschen verteilt ist, kam erst im 16. und 17. Jahrhundert auf. So entwickelten sich Kapitalgesellschaften in der Form, wie wir sie heute kennen. In Österreich sind die häufigsten Kapitalgesellschaftsformen Aktiengesellschaften, deren Anteile auch an einer Börse gehandelt werden können, und Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die das unternehmerische Risiko auf mehrere oder viele Schultern verteilen.

Steuereinnahmen

„Die Abschaffung der Körperschaftsteuer auf nicht entnommene Gewinne bringt viele Vorteile für Unternehmen: Es gibt mehr Anreize zu investieren und das Eigenkapital im Unternehmen kann gestärkt werden. Das schafft Wachstum, neue Arbeitsplätze und sichert vor allem auch die bestehenden Arbeitsplätze ab.“

Dr. Therese Niss, MBA Vorstand Mitterbauer Beteiligungs AG

Therese Niss Highres_1

Die richtigen Anreize setzen.

Natürlich stellte sich in diesem Zusammenhang auch die Frage der Besteuerung von Kapitalgesellschaften. In Österreich hat sich ein System etabliert, das international üblich ist. Die Kapitalgesellschaft bezahlt für die Differenz zwischen Umsatz und Kosten (den Gewinn) einen Betrag, die Körperschaftsteuer, der in Österreich 25% beträgt. Der Gewinn wird üblicherweise zu einem Teil im Unternehmen reinvestiert und zum anderen Teil, gleichmäßig proportional zum eingesetzten Kapital, an die Eigentümer ausgeschüttet. Der ausgeschüttete Gewinn (meist schon um die Körperschaftsteuer reduziert) muss dann noch vom Empfänger als Kapitalertrag versteuert werden – in Österreich derzeit zu 27,5%.

Uns ist es ein großes Anliegen, dass wir die richtigen Anreize für unternehmerische Aktivität in Österreich setzen. Die Körperschaftsteuer ist neben anderen Steuern und Abgaben (wie Umsatzsteuer, Lohnnebenkosten und weiteren Steuern, die auf die Produktion bezogen sind) nur ein Teil des erwirtschafteten Umsatzes, den Unternehmen an den Staat abliefern müssen. Wie diese Steuer gestaltet ist und welche Höhe der Steuersatz hat, setzt aber wichtige Anreize, wie Unternehmen wirtschaften.

Körperschaftsteuer hat Signalwirkung.

Im Jahr nimmt der österreichische Staat knapp 8 Milliarden Euro an Körperschaftsteuer ein (Statistik.at) – fast 90% davon von GmbHs und Unternehmensgruppen. Derzeit beträgt der Steuersatz 25%. Bis zum Jahr 2005 lag er sogar bei 34%. Aufgrund der attraktiven Rahmenbedingungen, die man damals für Unternehmen geschaffen hat, kam es durch die Reduktion kaum zu Einbußen bei den Steuereinnahmen – der Steuersatz wurde also reduziert, es floss aber nicht wirklich weniger Geld in die Staatskasse. Ganz im Gegenteil: Die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer sind in den letzten Jahren, mit Ausnahme der Jahre der Weltwirtschaftskrise, deutlich gestiegen (statistik.at).

Im internationalen Vergleich sind jedoch die Unternehmen in Österreich in diesem Bereich mittlerweile ins Hintertreffen geraten – vor allem, wenn wir die zudem höheren Lohnnebenkosten berücksichtigen. Wir wollen hier ein Signal senden: sowohl an die Wirtschaft in Österreich, aber auch an Unternehmen im Ausland, die bereit sind, in Österreich Niederlassungen zu eröffnen und Arbeitsplätze zu schaffen. Es geht nicht darum, den international niedrigsten Steuersatz zu haben, aber wir müssen darauf achten, dass es attraktiv bleibt, Leistung in Österreich zu erbringen anstatt in den Nachbarländern.

Wettbewerbsfähig bleiben: die Körperschaftsteuer im europäischen Vergleich.

Alle unsere Nachbarn, bis auf Italien, haben mittlerweile niedrigere Körperschaftsteuersätze als Österreich. Tschechien, die Slowakei und Slowenien bewegen sich zwischen 17 und 19%. Deutschland hat den Körperschaftsteuersatz schon 2008 auf 15% reduziert. In Ungarn beträgt der Körperschaftsteuersatz seit Anfang 2017 nur 9%.

Vorbild Estland – ein machbarer Weg.

Wir können uns in dieser Frage Estland zum Vorbild nehmen. Estland hat als erstes Land den Schritt gewagt, Unternehmensgewinn nicht zu besteuern, wenn er entsteht, sondern wenn er ausgeschüttet wird. Dies stellt einen wichtigen Anreiz an Unternehmen dar, erwirtschafteten Gewinn nicht auszuschütten, sondern sofort wieder ins Unternehmen zu reinvestieren.

Erst wenn es zu einer Auszahlung kommt, ist diese mit dem KöSt-Satz zu versteuern. Damit wird unter anderem eine stärkere Eigenkapitalfinanzierung von Unternehmen gefördert, da der nicht ausgeschüttete Gewinn natürlich auch dafür verwendet werden kann, Fremdkapital zurückzuzahlen. Die Abschaffung der Steuer auf nicht entnommenen Gewinn soll nicht nur für Kapitalgesellschaften, sondern auch für Personengesellschaften gelten. Deutschland hat bereits 2008 Schritte in diese Richtung gesetzt. Wir können von Estland lernen, wie wir diese Regelung im Detail ausgestalten. Beispielsweise ist es wichtig, die Kreditvergabe innerhalb von Unternehmensgruppen klar zu regeln, damit hier ein etwaiger Missbrauch des Systems von internationalen Konzernen in jedem Fall ausgeschlossen wird.

Durch die neue Regelung der Steuerbefreiung auf nicht entnommene Gewinne kommt es auch zu einer signifikanten Vereinfachung im Steuerrecht. Mussten in der Vergangenheit beispielsweise komplizierte und teilweise realitätsferne Abschreibungsregelungen gesetzlich vorgeschrieben werden, liegt es nun in der Hand der Unternehmer, wie sie die Abschreibungsregeln festlegen – anhand der unternehmerischen Realität, in der sie leben. Wir wollen in Zukunft die Abschreibungsregelungen flexibilisieren und auch degressive Modelle zulassen, die einen höheren Wertverlust in den ersten Jahren der Investition vorsehen.

Maßnahmen
Körperschaftsteuer auf nicht entnommene Gewinne abschaffen
Flexibilisierung der Abschreibungspraxis ermöglichen

Mit Absenden dieses Formulars erkläre ich mich damit einverstanden, dass mich Sebastian Kurz und sein Team (Volkspartei) per E-Mail über aktuelle politische Themen und Ereignisse, geplante Veranstaltungen, Berichte darüber, weitere Mit-Mach-Aktionen und Nachrichten aus der Wahlbewegung auf dem Laufenden halten und meine Daten zu diesem Zweck verarbeitet. Näheres siehe unter Impressum/ Datenschutzerklärung